Der Mittelstand existierte, bevor jemand das Wort erfand. Es gab die Unternehmen und die Menschen, die sie führten. Aber erst als der Begriff da war, wurde der Mittelstand zu einem wirtschaftspolitischen Akteur und einer Kraft, die man adressieren, fördern und messen konnte.
Bei ESG war es ähnlich. Nachhaltige Investments gab es längst, bevor die drei Buchstaben sie zusammenfassten. Aber erst das Wort schuf die Kategorie. Und erst die Kategorie schuf den Markt.
Female-to-Female Economy folgt derselben Logik. Sie, die gigantische Wirtschaftskraft, auch als solche zu benennen, ist längst überfällig.
Same, same – but now with a name and a scale.
Wir sollte uns bewusst machen, dass Sprache kein „Ornament“ ist, wenn wir über Wirtschaft reden. Sie ist ihre Voraussetzung. Nur was einen Namen hat, bekommt Aufmerksamkeit, eine Budgetzeile und eine Infrastruktur.
Female-to-Female Economy – kurz f2f Economy – bezeichnet ein wirtschaftliches Teilsystem, in dem Kaufkraft von Frauen gezielt in fraugeführte Unternehmen fließt und so mehr Wohlstand für möglichst viele Frauen erzeugt.
Das Phänomen selbst ist nicht neu. Frauen kaufen seit Generationen bei Frauen; Wirtschaft zwischen Frauen hat immer existiert. Nur wurde sie nie systemisch gedacht, gemessen oder als Kraft anerkannt, die systematisch skalieren könnte.
Die Benennung der Female-to-Female Economy als einen der größten globalen Märkte verändert, was wir überhaupt als möglich betrachten. Nicht mehr: Wie können Frauen lernen, besser mit Geld umzugehen? Sondern: Wie kann Geld besser für Frauen arbeiten?
Alles da: Nachfrage, Angebot und der Wille, etwas zu ändern.
McKinsey prognostiziert, dass Frauen bis 2030 den größten intergenerationellen Vermögenstransfer der Geschichte mitgestalten werden. Gleichzeitig sind frauengeführte Unternehmen der am schnellsten wachsende Gründungssektor in fast jeder Volkswirtschaft: In den USA stieg ihre Zahl zwischen 2022 und 2025 um 12 Prozent – fast doppelt so schnell wie bei männlich geführten Unternehmen. Und UBS-Studien zeigen: Frauen fragen bei Kauf- und Investitionsentscheidungen längst nicht mehr nur nach Preis und Qualität; sie fragen nach Wirkung.
Die Nachfrage, das Angebot, der Wille zur Veränderung – das alles ist vorhanden. Was bisher fehlte, war der Begriff, der daraus einen Markt macht. Und die Infrastruktur, die ihn trägt. Bis jetzt.
Mehr als ein Name: eine andere Wirtschaft.
Wenn die Female-to-Female Economy zu einem Begriff wird, der in Wirtschaftsberichten Gründungsstrategien und politischen Debatten auftaucht, ändert sich, was gemessen wird. Es ändert sich auch, was Unternehmen als Markt adressieren. Und es verändert, wie Frauen über ihre Kaufentscheidungen denken.
McKinsey schätzt, dass die vollständige wirtschaftliche Gleichstellung das globale BIP um 12 Billionen Dollar erhöhen könnte. Ein Teil davon liegt in großen Strukturentscheidungen, wie Arbeitsmärkten, Steuersystemen und Sorgearbeit. Aber ein Teil liegt in etwas viel Näherliegendem: in der Frage, wohin Kaufkraft fließt. Und ob die Menschen, die sie haben, sich ihrer Macht bewusst sind.
A NEWHERA is coming.
Schon bald wird die Female-to-Female Economy so selbstverständlich klingen wie der Mittelstand oder die ESG-Kriterien. Und dann werden wir uns fragen, wie Wirtschaft jemals gedacht werden konnte, ohne die Kraft weiblicher Kaufentscheidungen mitzudenken.
